Qualität der Baumwolle

Die Herstellung von Garn aus Baumwolle hat eine sehr lange Tradition. Funde von Handspindeln legen den Schluss Nahe, dass die Garnherstellung schon mehrere Tausend Jahre lang betrieben wird. Die Weiterentwicklung der Handspindel ist das Spinnrad, welches etwa im 12. Jahrhundert in Europa Verbreitung fand, wobei es aus Asien übernommen wurde.

Baumwolle wird in Asien schon mehrere tausend Jahre angebaut und ist in Europa erst seit dem 13. Jahrhundert bekannt. Sie wächst in tropischen oder subtropischen Klimazonen optimal. Der Cotton Belt ist das bekannteste Anbaugebiet. Er liegt im Süden der USA.

Warum sind unsere Hüllen aus Baumwolle?

Baumwolle besitzt mehrere wunderbare Eigenschaften, die Sie sehr schätzen. Sie ist weich und hautfreundlich. Durch ihre Struktur ermöglicht Baumwolle die nötige Garnfeinheit, um daraus anschmiegsame Stoffe zu weben. Trotz ihrer Feinheit besitzt sie eine hohe Festigkeit und eine geringe Elastizität.

Eine Baumwollhülle lädt Sie ebenfalls nicht elektrostatisch auf, d.h. Sie erhalten nachts keine Miniblitzschläge, wenn Sie sich häufig drehen.

Baumwolle stellt ein angenehm trockenes Schlafklima her. Diese Eigenschaft teilt sie mit den meisten Naturfasern.

Wie sieht Baumwolle aus?

Baumwolle wächst an bis zu sechs Metern hohen Sträuchern und gehört zur Familie der Malvengewächse. Sobald die Baumwolle reif ist, platzt die Kapsel um die Samenhaare auf und enthüllt das gewohnte Bild der weißen Fasern, welche die Faserkerne schützen.

Eine Baumwollpflanze

Wie gewinnt man Baumwolle?

  1. Pflücken:

    Wie bei allen Naturprodukten muss man sich beim Ernten entscheiden, ob man viel Arbeitskraft in die Ernte von Hand investiert oder spezialisierte Maschinen nutzt. Der Vorteil der Handernte ist, dass noch nicht reife oder minderwertige Samenkapseln ignoriert werden können. Eine Maschine liefert somit schneller mehr Ertrag, aber auch deutlich mehr Ausschuss.


  2. Trocknen und Nachreifen:

    Die geernteten Kapseln müssen ungefähr einen Monat getrocknet werden, damit keine klebrigen und feuchten Samenrückstände die weitere Verarbeitung behindern.


  3. Entkörnen (Egrenieren):

    Nach der Trocknung können die Kapseln entkörnt (egreniert) werden. Eine Maschine trennt dabei die gewünschten Faserhaare von den unerwünschten Faserkernen und Blattresten. Man erhält dabei etwa ein Drittel Ertrag an verspinnbaren Fasern. In diesem Zusammenhang ist der Begriff „Linters“ wichtig. Dabei handelt es sich um Fasern, die kürzer als 10 mm sind. Diese können nicht versponnen werden, dienen aber als Ausgangsmaterial für interessante Gegenstände - unter anderem für US-Banknoten! Das zweite „Abfallprodukt“ sind die Samen, welche wegen Ihres Ölgehalts ebenfalls weiterverarbeitet werden.


Welche Qualitätsmerkmale besitzt Baumwolle?

Stapellänge

Baumwollfasern umhüllen den Samen der Baumwollpflanze, damit dieser durch ein luftiges Wattebett geschützt ist und mit Hilfe des Windes transportiert werden kann. Zur Gewinnung von Baumwolle müssen Samen und Fasern getrennt werden. Als Ergebnis dieses Trennungsprozesses erhält der verarbeitende Betrieb Fasern unterschiedlicher Länge.

Somit unterscheidet sich Baumwolle unter anderem durch seine durchschnittliche Faserlänge. Dabei benutzt der Fachhandel den Begriff Stapel und unterteilt mindestens in kurzstapelige, mittelstapelige und langstapelige Baumwolle.

Dabei gilt es zu beachten, dass diese Unterteilungen nicht weltweit genormt sind, d.h. die folgend genannten Wertebereiche sind grobe Orientierungshilfen.

Linters bis 10 mm
kurzstapelig 11 bis 25 mm
mittelstapelig 26 bis 29 mm
langstapelig 30 bis 55 mm

Nach ISO sollen angeblich diese Werte (gerundet) maßgeblich sein:

Linters bis 10 mm
kurzstapelig 11 bis 23 mm
mittelstapelig 24 bis 27 mm
mittellang 28 bis 30 mm
langstapelig 31 bis 44 mm
extra lang 35 bis 44 mm

Feinheit

Die Feinheit der Fasern wird nicht, wie intuitiv anzunehmen, durch den Querschnitt der Faser angegeben! Sie ist ein Zusammenspiel der Eigenschaften Gewicht und Länge. Sie beantwortet die Fragen „Wie lange kann ein Garn aus der entsprechenden Faser bezogen auf ein fixes Gewicht gesponnen werden?“ oder „Wie viel wiegt ein Garn aus der entsprechenden Faser bezogen auf eine fixe Länge?“

Die Maßeinheit tex gibt bspw. an wie viel ein Kilometer des entsprechenden Garns wiegt und Nm wie lange ein Gramm eines Garns ist.

Der Querschnitt der Faser ist somit indirekt für die Feinheit verantwortlich, da feinere Fasern sich leichter und häufiger beim Spinnen verdrehen und über erhöhte Reibung aneinander haften können. Eine bildliche Vorstellung liefert der Vergleich eines Meters dicken Schiffstaus mit einem Meter eines dünnen Sprungseils. Durch die unterschiedlichen Durchmesser ergeben sich beim Sprungseil deutlich mehr Windungen, wenn man zwei zu einem „Faden“ verdreht, als bei zwei Tauen. Jede Windung gibt dem „Faden“ einen stärkeren Halt und erhöht bei den Tauen das Gewicht im beidseitigem Vergleich deutlich stärker.

Reinheit

Hierbei handelt es sich um die Reinheit vor dem Entkörnen. Je mehr Verunreinigungen eine Baumwollpflanze mit sich bringt, umso aufwändiger ist der Verarbeitungsprozess. Mit steigendem Reinigungsaufwand erhöht sich ebenfalls das Risiko von Minirissen and der Faser, welche die Weichheit und allgemeine Reißfestigkeit mindern. Verunreinigungen sind im Allgemeinen Pflückabfälle (pflanzlich oder tierisch) und Staub. Beim Staub können die enthaltenen Mineralanteile bei der Bleiche zu unerwünschten chemischen Wechselwirkungen führen.

Farbe

Abfallprodukte und Staub können die Farbe ebenfalls beeinträchtigen. Der natürliche Farbton von Baumwolle ist hellcreme, beige bis hin zu dunkelbraun. Je nach Kulturkreis unterscheidet sich die Wahrnehmung von Farben. Im Westen verbindet man grundsätzlich die Farbe weiß mit Reinheit und Qualität.

Festigkeit

Hierbei geht es um die Reißfestigkeit, sowie die Scheuer- und Strapazierfähigkeit. Die Festigkeit beantwortet die Frage wie viel mechanische Umweltbelastungen die Faser bzw. der verarbeitete Stoff aushält.

Glanz

Farbe und Glanz sind rein subjektive Wahrnehmungen. Hochwertige Sorten besitzen einen natürlichen Glanz, der durch das angewandte Webverfahren den finalen Stoff nochmals aufwertet. Natürliche durchschnittliche Baumwolle ist matt.

Bekannte Baumwollsorten

Da Baumwolle ein weltweit genutzter wichtiger Rohstoff ist, wird sie rund um den Globus angebaut. Das jeweilige produzierende Unternehmen möchte seine Sorte am Markt platzieren und es bilden sich Markennamen heraus, die mit Vertrauen und Eigenschaften verbunden werden.

Die ägyptische Baumwollsorte Giza ist auch unter dem Namen Mako als besonders hochwertig bekannt. Wir führen aus diesem Grund in unserem Sortiment viele Daunendecken mit einer Hülle aus Mako-Baumwolle.

Weitere hochwertige Sorten sind WISIC – West Indian Sea Island Cotton (u.a. Kuba, Jamaika, Dom. Republik), Belize, Pima (Peru), Supima (USA) und Sea Island Cotton (USA, Karibik).

Die bereits genannten Sorten werden aktuell als hochwertig angesehen. Der Erfolg einer Sorte hängt von vielen Faktoren ab und kann durch Forschungsarbeit, Erfahrung und klimatische Veränderungen beeinflusst werden, daher soll weiteren Baumwollsorten durch Verschweigen kein Unrecht zuteil werden: Upland (USA), Tanguis (Peru), Barakat (Sudan), Zhongmian (China) und viele mehr.

Wie wird Baumwolle zu Garn verarbeitet?

Das Grundprinzip der Garnherstellung besteht darin das Ausgangsmaterial, nämlich Fasern von beispielsweise Baumwolle, Flachs oder Schafswolle, zu einem einzigen Faden zu verdrehen. Die verdrehten Fasern geben sich gegenseitig über Reibung Halt.

Beim Verdrehen der Fasern entsteht automatisch am Ende einer Faser eine minimale Unebenheit, daher sorgen höhere Stapellängen für insgesamt weniger Unebenheiten im Garn. Zusätzlich lassen sich feinere Garne nur mit längeren Stapellängen herstellen, da über die Länge mehr Windungen entstehen und somit mehr Reißfestigkeit.

Wie wird aus Garn eine hochwertige Hülle für Daunendecken hergestellt?

Bei der Herstellung von Hüllen für Daunendecken, den sogenannten Inletts oder Einschütten, gilt es auf Daunendichte bei gleichzeitiger Atmungsaktivität zu achten. Zusätzlich spielt die Optik ebenfalls eine Rolle.

Der entscheidende Punkt ist das angewandte Webverfahren. Über die Auswahl des Garns, der Bindungsart und die Einstellungen an der Webmaschine bestimmt der Hersteller über die Eigenschaften des produzierten Stoffes. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite über die Qualität der Hülle.

Diese Grundeigenschaften des Stoffes kann das Atelier bei der Endfertigung der Hülle nutzen, indem die Musterung oder die Glanzeigenschaften in das Design einfließen. Beim Fixieren der Füllung können eine Unterteilung in Karos oder eine direkte Steppung mit einem Muster die Optik aufwerten. Das finale Sahnehäubchen bildet die Naht am Rand der Hülle, sie kann unter anderem als Zierbiese (eingenähte Falten) oder als buntes eingenähtes Band komponiert werden.

Alle Schritte zu einer hochwertigen Hülle sind handwerklich anspruchsvoll, daher zeigt sich auf diesem Gebiet die Erfahrung des jeweiligen Ateliers sehr deutlich.


In vier Schritten zur neuen Daunendecke

Diese Informationen helfen Ihnen beim Entscheiden.

  1. Welche Größe: Einzelbettdecke oder Doppelbettdecke?
  2. Welcher Wärmegrad: Passende Daunendecke für jede Jahreszeit?
  3. Welche Füllkraft: Wie leicht soll die Daunendecke sein?
  4. Welche Qualität der Hülle: Wie fein soll die Hülle sein?

Sie wünschen einen Überblick?
Hier können Sie alle Daunendecken vergleichen.

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