Schlafstörung durch auditive Belästigung
Um unter einer Schlafstörung zu leiden, müssen Sie nicht zwingend bewusst aufwachen. Das Gehirn ist sehr gut darin regelmäßige und konstante Umgebungsreize vor der bewussten Wahrnehmung auszublenden. Diese Fähigkeit schafft sowohl die Möglichkeit neuere, und somit voraussichtlich aktuell wichtigere, Reize schneller wahrnehmen zu können, als auch die Herausforderung, schlafstörende Geräuschquellen zu lokalisieren.
Als Folge einer permanenten nächtlichen auditiven Belästigung wachen Sie morgens weniger erholt auf und können gereizt, müde und hungrig nach ungesundem Essen sein, weil Ihr Körper den Energiemangel ausgleichen möchte. Lassen Sie sich nicht die positiven Effekte eines gesunden Schlafes nehmen.
Arten von schlafstörenden Reizen
Es ließen sich viele Einzelreize aufzählen, die den Schlaf stören. Alle Reize lassen sich den jeweiligen Sinneskanälen zuordnen. Somit stören haptische (die Hände betreffende), auditive (die Ohren betreffende), olfaktorische (die Nase betreffende), gustatorische (die Zunge betreffende) und visuelle (die Augen betreffende) Reize den Schlaf ebenso wie die Thermorezeption (über die Haut/das Wärmeempfinden erzeugte Reize).
Im Schlafzimmer dürften alle Kanäle ähnlich konstante Bedingungen vorfinden, da sich Umgebungsgeräusche, Einrichtung, Gerüche und Temperatur im Normalfall eher selten verändern.
Auditive Schlafstörer
Das Phänomen der Lärmbelästigung ist ähnlich problematisch wie die Lichtverschmutzung unserer Gesellschaft. Bei der auditiven Schlafstörung ist für Sie relevant, wie alarmbereit Ihr Körper ist, wie leicht er sich ablenken lässt und welchem Schlaftyp Sie angehören.
Natürliche Alertness
Die nächtliche Schlafstörung durch Lärm wirkt sich negativ auf Ihre Schlafqualität aus, da der Körper bei bedrohlichen oder (vermeintlich) relevanten Geräuschen auf Einsatzbereitschaft programmiert ist. Somit wecken Störgeräusche das Gehirn auf beziehungsweise halten es in permanenter Einsatzbereitschaft. Dies ermüdet Sie eher, als dass Ihrem Körper die Zeit zum Regenerieren zu gegeben wird. Ein Beispiel für das intensive Scannen des Gehirns nach relevanten oder bedrohlichen Signalen ist der Cocktailpartyeffekt.
Der Cocktailpartyeffekt
Während eines Gesprächs blendet das Gehirn irrelevante Gespräche auf einer Cocktailparty oder anderen Anlässen mit vielen parallel verlaufenden Gesprächen aus. Wird jedoch bei einem anderen Gespräch über Sie gesprochen (oder über ein anderes relevantes Thema, das Ihr Interesse in besonderem Maße weckt), dann nehmen Sie dieses vorher ausgeblendete Gespräch nun bewusst wahr und können reagieren. Das ist der sogenannte Cocktailpartyeffekt.
Schlaftypen: Der Stein. Die Schreckhafte.
Bezüglich der Alertness lassen sich interpersonelle Unterschiede erkennen. Die alltägliche Beobachtung zeigt, dass sich die Bevölkerung in unterschiedliche Schlaftypen einteilen lässt. Scherzhaft böten sich als Extreme der Skala die Typen „der Stein“ und „die Schreckhafte“ an, da Männer eher zum festen Schlaf neigen und Frauen vielmehr von leichterem Schlaf berichten. Es ist unsicher, ob sich diese Trennung bei einer wissenschaftlichen Untersuchung bewahrheiten würde, aber unabhängig vom Geschlecht unterscheiden sich Menschen im Allgemeinen in der Schlaftiefe.
Der Selbsttest gegen Schlafstörung durch Lärm
Da Ihr Gehirn Lärmbelästigung automatisch ausblendet, hilft Ihnen folgender Selbsttest dabei, auditive Störgeräusche in Ihr Bewusstsein zu rücken.
- Verlassen Sie das Schlafzimmer und notieren Sie alle Geräusche, welche Sie meinen nachts in Ihrem Schlafzimmer wahrzunehmen.
- Legen Sie sich nachts in Ihr Bett und lauschen Sie bewusst in den Raum.
- Ergänzen Sie die Liste, um alle noch nicht aufgeführten Geräusche.
Es ist anzunehmen, dass Sie bis dato nicht (mehr) wahrgenommene Geräusche hören werden. Sobald Ihnen alle Störgeräusche bewusst sind, können Sie entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.
Auswirkungen von auditiver nächtlicher Belastung
Auditive nächtliche Belastungen unterscheiden sich nicht von anderen Schlafstörern. Schlaf ist als Regenerationsphase extrem wichtig und jegliche Unterbrechung oder Störung vermindert den Erholungseffekt oder kann im Extremfall diesen derart senken, dass sich gesundheitliche Schäden zunächst schleichend entwickeln und sich über Monate hinweg lebensbedrohend potenzieren!
Geräuschquellen und Gegenmaßnahmen
Die Vielfalt möglicher störender Geräuschquellen ist schier unbegrenzt, da sie je nach Einrichtungssituation und Lage des Schlafzimmers variiert. Bei der Lokalisierung selbiger Geräuschquellen hilft es, die Konzentration auf Brummen, punktuelle Geräusche, Fiepsen und permanente Geräuschkulisse zu richten.
Technische Geräte innerhalb des Schlafzimmers lassen sich leichter entfernen als knarzende Böden oder externe unkontrollierbare Geräuschquellen. Im Extremfall lohnen sich bauliche schallreduzierende Maßnahmen, die in Tonaufnahmestudios oder HNO-Praxen Anwendung finden. Vorhänge, beziehungsweise Stoff im Allgemeinen, können Schall bedingt „schlucken“, was störende externe Geräusche dämpfen kann. Eine eher unangenehme alternative Schutzmaßnahme wären Gehörschutzstöpsel.
Fazit
Die optimale Gegenmaßnahme wäre das Eliminieren von Störgeräuschen. Sofern dies keine Option ist, muss eine Reduktion der Störgeräuschstärke angegangen oder die Flucht in ein anderes Zimmer akzeptiert werden. Die Alternative sind schleichende sich aber stetig potenzierende gesundheitliche Schäden. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Beseitigung aller Schlafstörungen durch Lärm und natürlich einen erholsamen und gesunden Schlaf!
Knistern
Sie haben sich eine neue Daunendecke gegönnt und bemerken, dass sie bei jeder Bewegung ein knisterndes Geräusch macht? Das mag überraschend sein, ist aber völlig normal! Dieses Knistern entsteht hauptsächlich durch den Bezugstoff. Doch was, wenn Sie das Geräusch als störend empfinden?
Mehr darüber erfahren Sie auf der Seite Warum knistert eine Daunendecke? – inklusive Ursachen, Materialeinfluss und praktischen Tipps zur Reduzierung des Knisterns für einen noch ruhigeren Schlaf.
